Karl Schmidt

(* 11. Juli 1910 - † 24. Oktober 1997)

Eine Soldatenzeit, wie auch bei vielen anderen Fliegern

Kriegsteilnahme als Segelflieger

Karl Schmidt 01628. September 1939
Soldbuch ausgestellt von Fl. Tech. Schule Luftflotte 3, Techn. Komp. München-Freimann.

26. Februar 1940
Versetzung  zu Jagdfliegerschule 4 Fürth bei Nürnberg - Flugplatz auf der Atzenhofer Heide

lw-segl12. April 1940
Verleihung  Segelflugzeugführerabzeichen


Kranichbruch Juli 1940

13.10.1940 – 29.10.1940
Reserve Lazarett Fürth - Kieferbruch und Unterlippenplatzwunde (Flugunfall)

Versetzung zur Lastenseglerausbildung

DFS 230 (Large)Ende 1940
Versetzung zu der Segelfliegerschule der Luftwaffe Neuhausen über Königsberg (Pr.) 5,Schüler-Komp. (heutiger Name: Gurjewsk)

Am 19.12.1940 machte er seinen ersten Schulflug mit dem Lastensegler DFS 230 in Neuhausen.
Flugdauer vom Ausklinken bis zur Landung 9 Minuten Lastensegler DFS 230, Spannweite 21,98 m, Besatzung: Flugzeugführer und Begleiter, im Kampfeinsatz werden acht voll ausgerüstete Luftlandesoldaten geflogen.
In der folgenden Zeit wurden Flüge mit dem LS DFB 230 B,: Übungsflüge, Nachtflüge und Flüge mit Vollast durchgeführt.

Die Fotos zeigen Landungen mit einem Bremsfallschirm.
Karl Schmidt 038 Karl Schmidt 039
Eichwalde – Labiau / Ostpreußen Januar 1941
Karl Schmidt 037 Karl Schmidt 043

Anfang Juni 1941
Versetzung zum Luftlandegeschwader 1 (2. Staffel) nach Hildesheim.

LuftLandeGeschwader 1 (LLG 1)

27. Juli 1940
Aufgestellt in Hildesheim mit zwei Gruppen und zunächst drei Staffeln pro Gruppe.

22. August 1940
Dritte Gruppe in Braunschweig-Waggum aufgestellt.

Januar 1943
Vierte Gruppe in Langendiebach bei Hanau aufgestellt.

Ab April 1943
Erweiterung der Gruppen von drei auf vier Staffeln.

20. Mai 1940
Einsatz bei der Landung auf Kreta mit hohen Verlusten.

Das LLG 1 war ausgerüstet mit Lastenseglern DFS 230.

DFS 230 das Arbeitspferd unter den Gleitern

Der DFS 230 war eine Rohrrahmenkonstruktion mit Verkleidung. Das Fluggerät konnte für den Transport zerlegt werden, d.h. beide Flügel und die Heckflosse war demontierbar. Der Pilot hatte ein spartanisches Kontrollpanel mit Höhen-, Geschwindigkeits-, Luftdruck-, Staudruckmesser sowie Fluglagenanzeige. Als Steuerknüppel diente eine einfache geschlossene Gabel.
Der Mannschaftstransport war schon recht abenteuerlich, denn die 10 Mann saßen mit ihrer Ausrüstung eng zusammengedrückt und angeschnallt auf einer gepolsterten Bank. Ein Flug konnte so mehrere Stunden dauern, was wohl nicht die Regel sein sollte. Fünf Männer saßen mit Blick nach vorne und fünf nach hinten. Im Heckbereich konnte Material verstaut werden, wozu ein Verladeplan entwickelt wurde. Das Problem der Überladung zeigte sich direkt in der Schwanzlastigkeit, so dass der Pilot immer gezwungen war nachzudrücken. Dies führte zu einem unruhigen Flug und meist zum Riss des Seiles zur Transportmaschine. Als Angriffshöhe wurden 4000m festgelegt und ein Ausklinkpunkt von ca. 12-20km vor dem Ziel. Zum Schutz der Zelle bei der Landung diente eine Kufe, die den ersten Schlag abfederte. Um die Landelänge zu beschränken, wurde um diese Kufe Stacheldraht gewickelt, der abbremsend wirkte.

 

Karl Schmidt 047 (Large)23. Dezember 1941
Beförderung zum Unteroffizier

 

 

 

 

02. Juni 1942
Versetzung zur 2. Staffel Luftlandegeschwader 2 Faßberg in der Lüneburger Heide.

Karl Schmidt 056 (Medium)LLG 2 aufgestellt mit Geschwaderstab und der ersten Gruppe im April 1942 in Parchim / Mecklenburg. Das Geschwader war ausgerüstet mit Lastenseglern Go 242 und Bombern He 111.

LS Go 242
Spannweite 24,5 m, hochklappbares Heck zum Beladen, Besatzung zwei Mann, konnte 23 voll ausgerüstete Soldaten oder adäquate Fracht transportieren, Landekuve und abwerfbares Zweiradfahrgestell, Leergewicht  3.200 kg, maximales Startgewicht 7.100 kg. Einführungsflug ( Platzflug ) am 08.06.1942 mit dem LS 242 in Faßberg, geschleppt von einer He 111, Flugdauer 20 Minuten, Zeit vom Ausklinken bis zur Landung 5 Minuten.

16. Juli 1942
Truppenärztliche Untersuchung Fliegerhorst Eschwege: --"tropendienstunfähig"--

05. August 1942
Flug von Eschwege nach Oels (Schlesien) (heute "Olesnica")
Strecke 530 km, Flugdauer 2 Std. 30 Min, geschleppt von einer He 111

13. August 1942
Flug von Oels nach Radom (Polen, ca. 100 km südlich von Warschau)
Strecke 270 km, Flugdauer 1 Stunde 20 Minuten

16. August 1942
Flug Nr. 144 mit TK + EC von Radom nach Shitomir (Schytomyr) im Norden der Ukraine
Strecke 545 km, Flugdauer 2 Stunden 50 Minuten
und nach Radom von Shitomir nach Charkow (Charkiw) im Nordosten der Ukraine
Strecke 540 km, Flugdauer 2 Stunden 40 Minuten
Weiter von Charkow nach Tazinskaja (Tatsinsky Oblast Rostow) 48°11` N, 41°16` E 240 km südwestlich von Stalingrad/Volgograd in Russland
Strecke 430 km, Flugdauer 2 Stunden 10 Minuten
Weiter von Charkow nach Tatzinskaja.

Anfang September 1942
erkrankte Karl an der Ostfront an Papatacifieber (Phlebotomusfieber), eine von einer bestimmten Sandmückenart übertragene Virusinfektion. Nach Aufenthalten in Kriegslazaretten im Osten vom 16.09. – 03.10.1942, vom 04.10.- 09.10.1942 und vom 12.10 – 17.10.1942 erfolgte die Verlegung zurück ins Reich.

25. Oktober 1942 - 05. Januar 1943
Reserve Lazarett Schierke (Harz) Abt. Brocken –Scheideck

05. Januar 1943 - 05. April 1943
Reserve Lazarett Braunlage (Harz) Abt. Dr. Vogler

05. April 1943
Verlegung zur Truppe.
Entlassungsbrief Braunlage: “Ein 14-tägiger Genesungsurlaub sowie im Anschluss daran ein von der Ers. Truppe genehmigter 14-tägiger Erholungsurlaub wird direkt vom Lazarett aus angetreten.“

05. - 06. Mai 1943
Flieger Ersatz Bataillon IV Leipzig Schönau und ab

07. Mai 1943
Ergänzungsgruppe (S) 1 Langendiebach b. Hanau/M.

03. Juni 1943 – 25. Juni 1943
Im Lazarett der Luftwaffe-Krankenabteilung VIII-Frankfurt Fliegerärzliche Sichtung und

14. – 19. Oktober 1943
Fliegerärzliche Nachsichtung in o.g. Lazarett
Beurteilung: Schmidt ist weitere 2 Monate wehrfliegeruntauglich, er kann aber zu leichtem segelfliegerischem Einsatz herangezogen werden. Wiedereinweisung zur fliegerärztlichen Nachuntersuchung in 2 Monaten erbeten.
Gez. Günther OSA

Karl Schmidt kommt als Fluglehrer nach Aßlar

In seinem Vortrag zum 50.-jährigen Jubiläum des VfL Aßlar berichtet Karl Schmidt am 31.07.1982, dass die Segelflugübungsstelle “Hohe Warte/Aßlar“ ihn 1944 als Übungsstellenleiter angefordert hätte und er daraufhin von Langendiebach nach Aßlar abkommandiert worden wäre.

Hohe Warte 1944

Einmarsch der US Truppen

Kopie von US Panzer 1945.jpgAm 27. März 1945 besetzte die US Army Aßlar.

Karl Schmidt ging in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Dort wurde er am 01.09.1945 “Medical Category physical fit“ wieder nach Aßlar Hauptstraße 137 (ist heute Marienstraße 7) entlassen.

Nach der Besetzung durch die US Armee wurden alle Geräte und Segelflugzeuge zerstört oder Abtransportiert. Damit war die Grundlage eines späteren Neubeginns der Vereine nicht mehr gegeben.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Flakkaserne 1. Kompanie München-Freimann - Ausgang

12. April 1940 Oberstleutnant Rudolf Stoltenhoff, Kommandeur der Jagdfliegerschule 4 Fürth

13.07.1941 - li. Hauptfeldwebel Leuber, re. Gefreiter Schmidt (Fluglehrer) DFS Kranich II Spannweite 18m

“Gö 3 Minimoa“ Spannweite 17m - Sommer 1940

Außenlandung mit Minimoa

F-Schlepp

Hildesheim 2. Staffel Februar 1942

Warnhinweis auf dem Brett vor den Pedalen für das Seitenruder:
"Bei vollem Fluggewicht nur langsames Abfangen"

TK + ? ( das Heck ist hochgeklappt)

Werkstatt im Laderaum einer GO 242
 


Wir gedenken unserer Fliegerkameraden, die im Krieg an vielen Fronten und Ländern Ihr Leben verloren haben.

Wir werden Ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.